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Die Musikwelt begeht im Jahr 2009 den 250. Todestag Georg Friedrich Händels. Zu kaum einem anderen Komponisten seiner Zeit lassen sich so intensive persönliche und künstlerische Beziehungen belegen, wie zu dem nahezu gleichaltrigen Georg Philipp Telemann. Im Vorfeld des Jubiläums folgen wir musikalischen Spuren, die diese beiden Komponisten von europäischem Rang miteinander verbinden.
Die 19. Magdeburger Telemann-Festtage stehen unter dem Motto „Telemann und Händel“ und finden vom 12. bis zum 16. März 2008 statt.
Sollten Sie das ausführliche Programm kostenlos zugeschickt haben wollen, können Sie uns gerne Ihre Adresse hinterlassen.
Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel waren seit ihrer Jugendzeit bis ins hohe Alter hinein miteinander befreundet. Sie haben sich in Halle kennengelernt, studierten beide gemeinsam musikalische Vorbilder, verfolgten jeweils den Lebensweg des anderen, haben viele der gedruckt veröffentlichten Werke jeweils des anderen besessen. Unterschiedliche Dokumente wie Briefe, Autobiographien, Reiseschilderungen, Vorworte und musikalische Zeugnisse belegen diese Künstlerfreundschaft. Sie sind eindrucksvolle Zeugnisse einer gegenseitigen hohen persönlichen Wertschätzung dieser beiden großen europäischen Komponisten, die in Mitteldeutschland ihre Wurzeln haben.
Telemann berichtet in seiner Autobiographie 1740 beispielsweise über seinen ersten Kontakt mit Händel: „... und begab mich 1701 nach Leipzig, da ich unterwegens in Halle, durch die Bekanntschafft mit dem damahls schon wichtigen Hrn. Georg Fried. Händel, beynahe wieder Notengifft eingesogen hätte. Allein ich hielt fest [an seinem der Familie gegenüber geäußerten Vorsatz, der Musik zu entsagen und in Leipzig die Jurisprudenz zu studieren C.Lange], und nahm meine vorigen Gedanken wieder mit auf den Weg.“
Telemann berichtet später über gegenseitige Besuche in Halle und Leipzig, und darüber, daß „die Feder des vortreflichen Hn. Johann Kuhnau“ den beiden „zur Nachfolge in Fugen und Contrapuncten [diente]“ und sie „in melodischen Sätzen aber, und deren Untersuchung ... eine stete beschäftigung hatten“. Später ließ Händel dem Hamburger Freund voller Dankbarkeit exotische Pflanzen zukommen, wußte er doch von Telemanns wie dieser einmal in einem Brief an J. A. von Uffenbach schrieb "Unersättlichkeit in Hyacinthen und Tulpen“, seinem „Geiz nach Ranunkeln und besonderen Anemonen“ und seine Begierde nach den mehresten Zwiebelgewächsen“
In den Zwischenjahren riß der Kontakt beider zueinander nicht ab, wenn auch die Dokumente aus dieser Zeit mehr musikalischer denn schriftstellerischer Natur sind. Anhand der Kompositionen ist eindrucksvoll der gegenseitige künstlerische Umgang des einen mit dem Oeuvre des anderen zu erkennen. Nach wie vor ist allerding nicht zu belegen, daß Werke Telemanns durch Händel aufgeführt wurden, doch nutzte der gebürtige Hallenser Telemanns Kompositionen als bedeutende Inspirationsquelle für eigene Kompositionen. Über 100 Beispiele lassen sich dafür nachweisen. Telemann hingegen machte insbesondere den Opernkomponisten Händel, der inzwischen in England lebte, auf dem Kontinent bekannt, indem er die Werke auf der Hamburger Opernbühne in eigenen Bearbeitungen zur Aufführung brachte.
Die 19. Magdeburger Telemann-Festtage stellen daher Werke der beiden Komponisten ins Zentrum der Veranstaltungen, die u.a. durch ihre musikalische Substanz, die verwendeten Texte oder ihr Sujet miteinander verwandt sind. Insbesondere soll Musik erklingen, die einerseits die künstlerischen Beziehungen beider Komponisten belegt und andererseits vermittelt, daß beide Komponisten eine sehr voneinander verschiedene, eigenständige Musiksprache gefunden haben.
Wir würden uns freuen, Sie im März 2008 in Magdeburg begrüßen zu dürfen.
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