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Nach langer, umfangreicher Sanierung eröffnete der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Madgeburg, Dr. Lutz Trümper, das Gesellschaftshaus am Klosterbergegarten als ein „Haus der Musik“. Damit orientierte er programmatisch auf die inhaltliche Richtung der Arbeit, die in dieser neuen kulturellen Einrichtung der Landeshauptstadt Magdeburg ihren Platz hat. Übernommen hat sie dabei einige der Aufgaben, die bis zum 30. September 2005 im Arbeitsbereich des Kulturamtes lagen, das zum 1.10.2005 aufgelöst worden war.
So ist das Gesellschaftshaus heute zugleich ein Ort städtischer Kulturarbeit und eine Stätte musikwissenschaftlicher Forschung.



Im Gesellschaftshaus haben seit 2002 unter anderem das Zentrum für Telemann-Pflege und- Forschung, die Telemann-Gesellschaft e.V. (Internationale Vereinigung), der Arbeitskreis Georg Philipp Telemann Magdeburg e.V. und die Melante-Stiftung Magdeburg ihren Sitz.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gesellschaftshaus-magdeburg.de
oder unter www.gartentraeume-sachsen-anhalt.de



Zusammengestellt von Ralph-J. Reipsch und Carsten Lange, Magdeburg 2003


962
Ernennung Otto I. zum deutschen Kaiser

968
Gründung des Erzbistums Magdeburg

969
Gründung des Benediktiner-Klosters St. Johannes der Täufer (Kloster Berge),
Umzug der Mönche des Magdeburger Moritzklosters (gegr. 937) ins Kloster Berge infolge der Gründung des Erzbistums Magdeburg

970
erste urkundliche Erwähnung des Klosters, Kaiser Otto I. erteilt zahlreiche Privilegien

um 1010
Fertigstellung der Klosterkirche

1017
Brand der Klosteranlage

1082
Einweihung einer neuen romanischen Kirche

11. / 12. Jh.
Beteiligung des Klosters an den kirchlichen Reformbewegungen der Zeit

1363
Weihe des neuen gotischen Münsters

seit 1368
Name „Berge“ nachweisbar

1525
Verwüstung des Klosters Berge

1546
Demolierung des Klosters in Zusammenhang mit dem Schmalkaldischen Krieg durch die Stadt Magdeburg

1577
Konkordienformel (Bergisches Buch) – Ziel war die Beendigung des Streits zwischen den unterschiedlichen lutherischen Strömungen, Grundlage der lutherischen Orthodoxie

ab 1559
Wiederaufbau des Klosters unter Abt Peter Ulner von Gladenbach, Einrichtung einer neuen Bibliothek

1565
Bekenntnis zur protestantischen Konfession, Gründung einer Schule unter Abt Ulner

1585
Schlichtung der Streitigkeiten zwischen dem Magdeburger Rat und dem Erzstift durch den „Bergischen Vertrag“

1629
Plünderung des Klosters

1660
Neuanfang unter Abt Sebastian Göbel

1666
Bergischer Vergleich – die Stadt Magdeburg unterwirft sich nach langen Verhandlungen und militärischem Druck dem Administrator August von Sachsen und dem Kurfürsten von Brandenburg, Magdeburg erhält eine kurbrandenburgische Garnison und verliert endgültig den Anspruch auf Reichsfreiheit

ab 1686
Erweiterung und Aufschwung der Schule unter Abt Simon Friedrich Wolfhardt

1709
Abt Justus Joachim Breithaupt, Vertrauter August Hermann Frankes – Einfluss des Halleschen Pietismus nimmt zu

1732
Blütezeit der Schule unter Abt Johann Adam Steinmetz (Einfluss der Franckeschen Stiftungen Halle, Naturaliensammlung, Maschinenkammer, Bedeutung der Realia nehmen zu, pietistische Theologie, Schöne Wissenschaften)

1735
Einrichtung eines Landschullehrerseminars

Mitte 18. Jahrhundert
Christoph Martin Wieland, Carl Friedrich Fasch, Friedrich von Matthisson sind Schüler des Pädagogiums

Juni 1761
Zusammen mit Heinrich Wilhelm Bachmann entdeckt Georg Christoph Silberschlag (Lehrer am Kloster Berge) bei Himmelsbeobachtungen vom Observatorium des Klosters Berge aus die Venusatmosphäre

ab 1762
Niedergang der Schule unter Abt Johann Friedrich Hähn (1771 Suspendierung Hähns)

1770
Visitation durch die Aufklärer August Friedrich Wilhelm Sack, Johann Joachim Spalding und Johann Gottfried Sulzer

1774
Abt Friedrich Gabriel Resewitz, ehemals 2. Prediger der Petrikirche in Kopenhagen, Freund Klopstocks

1806
aus strategischen Gründen Abholzung des beliebten Poetengangs (300jährige Ulmen und Eichen) auf Befehl des preußischen Gouvernements; Übergabe der Stadt Magdeburg an die Franzosen; Niedergang der Schule

1810
Schließung der Schule auf Befehl der Westfälischen Regierung Naturaliensammlung und Klosterbibliothek gehen an die Universität Halle Versteigerung der Schulbibliothek; das Landschullehrerseminar bleibt noch einige Zeit erhalten

ab September 1811
Verwendung des Klosters als Lazarett (Opfer des Russlandfeldzuges)

1813
Beginn des Abbruchs der Klostergebäude

1816
Gründung der Kloster-Berge-Stiftung

1824
Stadt Magdeburg erwirbt das wüste Klostergelände für 4.000 Taler; auf Anregung des Kommandanten von Haake betreibt Bürgermeister August Wilhelm Francke (seit 1817) die Anlage eines Volksgartens

1824
Peter Joseph Lenné, Potsdamer Gartendirektor, entwirft Volksgarten und stellt Kontakt zu Karl Friedrich Schinkel her, der ein Gesellschaftshaus entwirft

1825
Baubeginn am ersten Volksgarten Deutschlands unter Magdeburger Baukondukteur Friedrich Wilhelm Wolff (bis 1835)

1825
Friedrich Wilhelm III. besucht den Garten

1826
Namensgebung Friedrich-Wilhelms-Garten

ab Juni 1828
Bau des Gesellschaftshauses unter Fr. W. Wolff und Baurat Clemens – Modifizierung der Pläne Schinkels aus Kostengründen und wegen der strategischen Lage vor den Festungsbauten

1829
Fertigstellung des Gesellschaftshauses, erste Verpachtung im Oktober, fortan Nutzung als Restaurant

1831
Gemälde von Carl Hasenpflug mit Gesellschaftshaus und Friedrich-Wilhelms-Garten als städtisches Auftragswerk anlässlich der 200-Jahrfeier der Zerstörung Magdeburgs

1855
Sitzung der Provinzialliedertafel anlässlich des
25. Stiftungsfestes

nach 1838
erste Eingriffe in den Park infolge der Industrialisierung (Eisenbahnlinie und Bahnhof Unterwelt, Magistratsstrecke, Schönebecker Straße)

1876
Auffüllung des Fischteiches westlich des Gesellschaftshauses

nach 1880
große Veränderungen am Park, Umbauten am klassizistischen Gebäude

1896
Einweihung der Gruson-Gewächshäuser am Friedrich-Wilhelms-Garten

ab 1896
Erweiterungsbauten südlich am Gesellschaftshaus, Abriss des dort gelegenen Musikpavillons; bis zum 2. Weltkrieg großes Restaurant mit Gartenbetrieb (gesamte Ostseite des Gebäudes) und Kaffeehausmusik, Verzahnung von Park, Gesellschaftshaus und Gruson-Gewächshäuser, deren originaler Eingang zur Gartenseite hin lag

1921
Umbenennung in Klosterbergegarten

1924
Fertigstellung des Südbrückenzuges (Friedrich-Ebert-Brücke, jetzt Sternbrücke) und der Treppenanlage zum Inselteich im Klosterbergegarten

1922
Ausmalung des heutigen Schinkel-Saals durch den expressionistischen Magdeburger Maler Wilhelm Höpfner

während des 2. Weltkrieges
Unterkunft für Fremdarbeiter und Lazarett

nach 1945
Offizierskasino der sowjetischen Armee

ab 1949
Übernahme des Gebäudes durch das Ministerium für Volksbildung

1. Juni 1950
Einweihung als Pionierhaus, Umbenennung des Parks in Pionierpark, in der Folgezeit Einrichtung zahlreicher Arbeitsgemeinschaften für Schüler (Bildende Kunst, Mandolinenorchester, Pionierblasorchester, Tanzensembles usw.)

1950er Jahre
gelegentliche Nutzung des südlichen Gartensaales durch das Städtische Theater

1960
Zuschüttung des Inselteichs

1966
Anlage eines Verkehrsgartens

seit 1971
Pionierhaus „Hermann Matern“

1978
Park wird unter Denkmalschutz gestellt

1989
Aufstellung der Lenné-Büste des Bildhauers Heinrich Apel anlässlich des 200. Geburtstages Lennés

1990
Umbenennung in Klosterbergegarten

2000
Arbeiten im Klosterbergegarten im Sinne der Entwürfe Lennés

2002
Magistratsstrecke am Elbufer wieder zum Park gehörig, Entfernung der letzten Gleise

April 2002
Einzug des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung (Bibliothek, Telemann-Archiv)

2003
Fertigstellung des klassizistischen Teils des Gesellschaftshauses, Einrichtung eines Konzertsaals (Schinkel-Saal), Einbau der Ritter-Reubke-Orgel auf Initiative des Arbeitskreises „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg e.V.

2005
voraussichtlicher Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten des gesamten Gesellschaftshauses





Roßdeutscher & Bartel GbR