Die Telemann-Edition

Als Auswahlausgabe bietet die Telemann-Ausgabe (TA) Ausschnitte aus dem vielseitigen und vielgestaltigen Werk Telemanns. Unter Berücksichtigung repräsentativer Werkgruppen und Schaffensphasen werden "wichtige und für sein Schaffen charakteristische Werke in wissenschaftlichen Editionen" vorgelegt (Zur Ausgabe, 2004). Stand anfänglich vor allem das kammermusikalische gedruckte Werk - wozu auch der "Harmonische Gottesdienst" gehört - im Vordergrund des Interesses, gab es bald eine Ausweitung auf das handschriftlich überlieferte Repertoire und die Vokalmusik in ihrer ganzen Breite. Inzwischen sind alle erhaltenen Opern Telemanns ediert worden, darunter eine von Telemann für die Hamburger Bühne neu gefaßte Oper von Georg Friedrich Händel. Hinzu kamen Gelegenheitswerke zu verschiedenen Anlässen, die geistliche Konzertmusik mit den Passionsoratorien und dem in Paris uraufgeführten "71. Psalm" sowie Passionen. Abgeschlossen wurde das dreibändige Supplement, welches das Verzeichnis der Instrumentalwerke enthält. Darüber hinaus sind bislang drei Bände mit geschlossenen Segmenten von je zwölf Kantaten aus den ersten beiden Kirchenmusik-Jahrgängen und einem aus den 1730er Jahren erschienen. In den nächsten Jahren liegt der Schwerpunkt auf der Kirchenmusik, ohne daß hier Vollständigkeit zu erreichen sein wird. Die Bände werden in chronologischer Folge Segmente aus Jahrgängen von den 1720er Jahren bis hin zum Kantatenjahrgang 1744 enthalten. Dazu kommt eine Auswahl gottesdienstlicher Oratorien und ein Band mit späten Einzelstücken. Ein vollständiger Jahrgang wird mit den 1727 gedruckten Arien präsentiert. Die Editionsprinzipien der TA sind an den gültigen Standards einer wissenschaftlichen Edition ausgerichtet. Ein Vorwort führt in das vorgelegte Werk ein, der Kommentar besteht aus Quellenbeschreibungen, dem Kritischen Bericht und gegebenenfalls Fußnoten im Notenteil. Der edierte Notentext soll den Intentionen des Komponisten möglichst nahekommen und "sowohl für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Musik Telemanns wie auch für deren stilgerechte Interpretation" eine verläßliche Grundlage bieten (Zur Ausgabe, 2004). Der Notentext und die Worttexte werden behutsam modernisiert. Notationseigenarten der Zeit, wie etwa die Partiturordnung, aber auch für Telemann charakteristische Besonderheiten wie die Verwendung deutschsprachiger Bezeichnungen, werden beibehalten. Zusätze der Bandbearbeiter sind durch Kleinstich, Kursivschrift oder Punktierung gekennzeichnet.