Telemann und dieUraufführung von Rameaus Castor et Pollux

Telemann und dieUraufführung von Rameaus Castor et Pollux

J.-Ph. Rameau
J.-Ph. Rameau

Kurz nach Telemanns Ankunft in Paris, am 24. Oktober 1737, fand in der Opéra im Palais Royal die Uraufführung von Jean-Philippe Rameaus Tragédie en musique Castor et Pollux statt. Infolge dieser Aufführung spitzte sich die seit der Premiere von Rameaus Hippolyte et Aricie (1733) schwelende Konflikt zwischen den konservativen Lully-Anhängern und den Parteigängern Rameaus zu. Dieser Streit, den auch Telemann verfolgt haben muß, wird in der Musikgeschichtsschreibung heute als "Querelle des Lullistes" bezeichnet. J.-Ph. RameauTelemann wird es nicht versäumt haben, der Aufführung von Castor et Pollux beizuwohnen. Im Briefwechsel mit dem Berliner Hofkapellmeister Carl Heinrich Graun aus den 50er Jahren, in dem er eine Lanze für die französische Musik brach, analysierte er den Stil der Deklamation in den Rezitativen der Rameau-Oper. Möglicherweise besaß auch Telemann ein Exemplar des 1737 in Paris erschienenen Druckes des Stückes. Sein Briefpartner Graun jedenfalls zitiert aus dieser Partitur unter Angabe der entsprechenden Seitennummern.

Seite der Druckausgabe von Rameaus Castor et Pollux, Paris 1737
Seite der Druckausgabe von Rameaus Castor et Pollux, Paris 1737