Reihenfolge der Referate Telemann-Tagung 2010
  • Tagungsdaten
  • Donnerstag, 18.03.2010
  • Freitag, 19.03.2010

Internationale Wissenschaftliche Konferenz 2010

anlässlich der 20. Magdeburger Telemann-Festtage

Komponisten im Spannungsfeld von höfischer und städtischer Musikkultur
Magdeburg, 18. und 19. März 2010

Leitung
Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Halle)
Prof. Dr. Joachim Kremer (Stuttgart)
Carsten Lange (Magdeburg)
András Székely (Budapest)

Veranstalter
Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg
im Gesellschaftshaus der Landeshauptstadt Magdeburg,
Institut für Musik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Abteilung Musikwissenschaft
in Zusammenarbeit mit der Telemann-Gesellschaft e.V. (Internationale Vereinigung)

Veranstaltungsort
Magdeburg, Hotel Ratswaage (Ratswaageplatz 104)

 

Donnerstag, 18. März 2010, 10.00 Uhr bis 17.30 Uhr

10.00 Uhr
Musikalische Eröffnung

Grußwort
Dr. Rüdiger Koch
Bürgermeister und Beigeordneter für
Kultur, Schule und Sport der Landeshauptstadt Magdeburg

Begrüßung
im Namen der Veranstalter und Tagungsleitung
Dr. Carsten Lange
Wiss. Leiter des Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg

Referate
Prof. Dr. Erich Reimer (Staufenberg)
Höfische und städtische Musikkultur in Deutschland im 18. Jahrhundert


11.15 - 11.45    PAUSE


Prof. Dr. Eszter Fontana (Leipzig)
In Leipzig studieren - Musiker werden

Prof. Dr. Klaus-Peter Koch (Bergisch-Gladbach)
Telemann als Sorauer Hofkapellmeister und Nachwirkungen in Sorau im 18. Jahrhundert


13.00 - 15.00    PAUSE


Dr. Michael Maul (Leipzig)
Vom Ansbacher Hof ins Leipziger Opernhaus: Überlegungen zur „bürgerlichen“ Bearbeitungspraxis höfischer (italienischer) Libretti am Beispiel des „Narcissus“ (1709) von Georg Christian Lehms und Georg Philipp Telemann

Rashid-Sascha Pegah (Würzburg)
Bei Hofe und in der Stadt. Von zwei markgräflichen Reisen im Herbst 1719


16.10 - 16.25    PAUSE


Brit Reipsch (Magdeburg)
Musik für Hof, Stadt und zum Privatgebrauch. Ein Jahrgang von Georg Philipp Telemann auf Texte Johann Friedrich Helbigs

Dr. Jürgen Rathje (Hamburg)
Musikalische Gedichte zu öffentlichen Anlässen - 
Brockes, seine reichsstädtischen und höfischen Adressaten

Freitag, 19. März 2010, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr

Prof. Dr. Dorothea Schröder (Hamburg)
Telemann und die Hamburger Glockenspiele

Dr. Birgit Kiupel (Hamburg)
„Prostituiren: sich verächtlich machen.“ - Prostitution in Hamburg und in der Gänsemarkt-Oper


10.50 - 11.20    PAUSE


Carsten Lange (Magdeburg)
Passionsoratorien und der Beginn des bürgerlichen Konzertlebens im 18. Jahrhundert

Ralph-Jürgen Reipsch (Magdeburg)
Telemanns Serenata auf den Tod Augusts des Starken - eine „bürgerliche“ Gedenkmusik?


12.40 - 15.00    PAUSE


Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann (Halle)
Die Stadt als soziales Gefüge und Spannungsfeld. Telemanns Festmusik zur Einweihung
der Großen St. Michaeliskirche (Hamburg 1762)

PD Dr. Martin Thrun (Frankfurt am Main)
Mit allerhöchster Erlaubnis... - Das „Stadtkonzert“ von Hofkapellen nach 1750 


16.20 - 16.40    PAUSE


Manuel Bärwald (Leipzig)
Der Kopialienhandel Johann Caspar Dietels und die frühe Telemannpflege unter dem Patronat des sächsischen Landadels

Dr. Peter Schmitz (Münster)
„Es ist eine Ehre vor unsere Nation, daß ein Breitkopff in diesem Seculo gebohren“: Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und die Entwicklung des deutschen Musikalienhandels im 18. Jahrhundert


Zuhörer sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.
Änderungen des Tagungsablaufes und der Pausenzeiten bleiben vorbehalten.



„Wer Zeit Lebens fest sitzen wolle, müsse sich in einer Republick niederlassen“ meinte Georg Philipp Telemann, einmal gehört zu haben (Autobiographie 1740). Sein erfolgreiches, langes Wirken in freien Reichs- und Hansestädten und aktives Gestalten des bürgerlichen Musik- und Konzertbetriebes könnte solch eine Ansicht in ihm bestätigt haben. Er wich damit von seiner Äußerung an anderer Stelle ab, dass man in einer Residenz die zur musikalisch-kompositorischen Weiterentwicklung notwendige Ruhe finden könne, und wusste darum, dass Hofhaltung und insbesondere musikalischer Geschmack eines Herrschers Grenzen setzen konnten. Deutlich wird in solchen Äußerungen, dass Telemann die mit der Aufklärung  einhergehenden Veränderungen des Musik- und Geisteslebens sehr bewusst wahrnahm und sich diesen stellte. Seine Beiträge zur Stilentwicklung im 18. Jahrhundert waren weitreichend, und beträchtlich trug er dazu bei, Strukturen mitzuformen bzw. weiterzuentwickeln, die teilweise bis in unsere Zeit hinein Bestand haben.

Vor diesem Hintergrund will sich die Konferenz inhaltlich jenen Themenfeldern widmen, die Unterscheidungsmomenten und Gemeinsamkeiten von städtischer und höfischer Kultur gelten, will die Einflussnahme aristokratischer Kreise auf die Entwicklung des bürgerlichen Musiklebens hinterfragen, sich im Zusammenhang mit der „Verbürgerlichung der Kultur“ herausbildende Strukturen analysieren, höfische Repräsentationsformen (z.B. Festmusiken) und ihre Veränderungen im städtischen Musikleben untersuchen und diskutieren, welche Voraussetzungen eine städtische Selbstdarstellung begünstigen und welche Auswirkungen damit für Musik und Kommunikation einhergehen.