Aktuelle Saison der Sonntagsmusik

574. SONNTAGSMUSIK

03.10.2021 | 11.00

FREUNDSCHAFTLICH VERBUNDEN

Christian Rieger (c) Johannes Ritter    Midori Seiler (c) Maike Helbig

Christian Rieger (Cembalo)
Midori Seiler (Violine)

Werke für Violine und Cembalo von Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel.

Georg Philipp Telemann und Georg Friedrich Händel verband eine Freundschaft, die weit über den regelmäßigen Briefwechsel hinausging. Nachdem sie sich im Jahr 1701 während eines Gelegenheitsbesuchs Telemanns in Halle getroffen hatten – Telemann wollte den damals schon durchaus bekannten 16-jährigen unbedingt kennen lernen – entwickelte sich eine Verbindung, die ein Leben lang anhielt.

Dieser besonderen Freundschaft setzen Midori Seiler und Christian Rieger ein Denkmal in Konzertform. Neben Duetten für Violine und Cembalo erklingen ausgewählte Fantasien für Violine solo aus Telemanns Feder sowie Fugen für Tasteninstrumente von Händel. So zeigt sich auch musikalisch: Hier ergänzen sich zwei Komponisten hervorragend.

Als eine der führenden Violinistinnen ihrer Generation dehnt Midori Seiler die historische Aufführungspraxis der Alten Musik, die sie in preisgekrönten Interpretationen insbesondere der Werke J.S. Bachs vervollkommnete, mittlerweile auch auf spätere Jahrhunderte aus und besticht ebenso durch ihre Einspielungen Mozarts wie Rimskij-Korsakoffs. Christian Rieger begann seine Karriere einst als Continuospieler und Solist beim Ensemble Musica Antiqua Köln. Mittlerweile führen den Cembalisten, Organisten und Hammerklavierspieler solistische Konzert- sowie Lehrtätigkeiten quer durch die Länder Europas.

575. SONNTAGSMUSIK

07.11.2021 | 11.00

NORDWIND

David Boos (c) David Boos[   Pretiosa (c) Carlos Montero

David Boos (Orgel)

Pretiosa:
Baiba Urka (Sopran)
Marlene Holzwarth (Sopran) 
Noah Xuhui Du (Altus)
Klemens Mölkner (Tenor)
Simon Hegele (Bass)
Jakob Herzog (Violoncello)
Fynn Liess (Virginal & Truhenorgel)

Motetten von Georg Philipp Telemann, Jan Pieterszoon Sweelinck und weiteren Komponisten sowie Werke für Orgel.

Die Motetten Telemanns künden von einer hohen Beherrschung der polyphonen Kunst, die leider nur allzu selten im Konzert zu erleben ist. Das Ensemble Pretiosa sieht diese Werke nun in einer Linie, die über Werke mitteldeutscher Komponisten des 17. Jahrhunderts bis hin zur Musik von Jan Pieterszoon Sweelinck reicht. Der Niederländer Sweelinck, dessen Tod sich in diesem Jahr zum 400. Mal jährt, genoss zu Lebzeiten den Ruf als „Orpheus von Amsterdam“ einer der wichtigsten Komponisten Europas zu sein.

Den Kern des Repertoires von Pretiosa bilden Werke für Vokalensemble aus dem 17. und 18. Jahrhundert, welche bisher weder verlegt noch aufgenommen worden sind. Schon früh nach seiner Gründung im Jahr 2018 konnte das Nachwuchsensemble Erfolge wie etwa die Einladung zum renommierten Festival Laus Polyphoniae in Antwerpen verbuchen.

David Boos, neu ernannter künstlerischer Leiter im Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung, stellt sich in diesem Konzert dem Publikum zudem auch als Musiker vor und bereichert das Konzertprogramm durch erlesene Orgelwerke von Telemann und Sweelinck, die er an der Ritter-Reubke-Orgel im Schinkelsaal interpretiert.

576. SONNTAGSMUSIK

05.12.2021 | 11.00

VIEL TAUSEND ENGEL

Franziska Bobe (c) Jens Wegener   Musica Alta Ripa (c) Christian Wyrwa    

Franziska Bobe (Sopran)

Musica Alta Ripa:
Danya Segal (Blockflöte)
Anne Röhrig (Violine)
Ulla Bundies (Violine)
Andreas Vetter (Violoncello)
Bernward Lohr (Cembalo)

Kantaten von Georg Philipp Telemann zur Adventszeit sowie Suiten von Jean-Marie Leclair.

Georg Philipp Telemann schrieb mehrere Jahrgänge kleinbesetzter Kirchenmusiken und veröffentlichte sie im Druck. Er bediente mit diesen Solokantaten den bestehenden Bedarf an allseits einsetzbarer geistlicher Musik, welche sowohl im Gottesdienst wie auch in der häuslichen Andacht erklungen sein mag. In diesem Konzert interpretieren Franziska Bobe und das Ensemble Musica Alta Ripa eine Auswahl an Kantaten zur Advents- und Weihnachtszeit aus dem Jahrgang Fortsetzung des Harmonischen Gottes-Dienstes (Hamburg 1731/32) und aus dem sogenannten Engel-Jahrgang (Hermsdorf 1749).

Das Alte Musik-Ensemble Musica Alta Ripa aus Hannover setzt mit außergewöhnlichen und preisgekrönten CD-Produktionen Akzente: Dreimal wurde es bereits mit dem Echo Klassik ausgezeichnet – so auch für eine Einspielung mit ausgewählter Kammermusik Telemanns. Für dieses Konzert schließt sich dem Ensemble die Sopranistin Franziska Bobe an, deren breit gefächertes Repertoire von Alter Musik bis hin zur Musik der Gegenwart reicht und ebenfalls auf zahlreichen CD-Aufnahmen dokumentiert ist.

577. SONNTAGSMUSIK

09.01.2022 | 11.00

FAMILIENBANDE

Kristin von der Goltz (c) Marco Borggreve   Léon Berben (c) Lutz Voigtlaender

Kristin von der Goltz (Violoncello & Violoncello piccolo)
Léon Berben (Cembalo)

Sonaten von Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach.

Violoncellosonaten in ganz unterschiedlichen (Personal-)Stilen vereint dieses Programm: Johann Sebastian Bachs streng kontrapunktisch gearbeitete Sonate für Gambe (oder Violoncello) und obligates Cembalo in G-Dur, eine Komposition seines Sohnes Carl Philipp, die bereits den Ton der Empfindsamkeit anschlägt, und zwei melodisch-bewegliche und kurzweilige Neue Sonatinen Georg Philipp Telemanns, dem Paten des Bach-Sohnes. In der kammermusikalischen Form treffen hier drei Meister aufeinander, die in ihrem musikalischen Miteinander wegweisende musikalische Entwicklungen des 18. Jahrhunderts repräsentieren.

Kristin von der Goltz, als Solistin international renommiert, und der vielfach ausgezeichnete Cembalist Léon Berben, einst Mitglied der Musica Antiqua Köln, machen ein musikalisches Treffen dieser drei miteinander gut bekannten Komponisten möglich. Der Musik Telemanns sind die Künstlerin und der Künstler tief verbunden: So musizieren beide im Concerto Melante der Berliner Philharmoniker, welches sich nach dem Anagramm benannt hat das Telemann gerne als Pseudonym verwendete.

578. SONNTAGSMUSIK

06.02.2022 | 11.00

NOCH LÄNGST NICHT AUSGEREIZT

Gerd Becker (c) Gerd Becker   Ulrike Becker (c) Ida Zennatl_files/files/images/sonntagsmusik/Saison 2021-2022/578. SoM_Sabine Erdmann_(c) Alexander Veynovic.jpg

Gerd Becker (Fagott)
Ulrike Becker (Viola da gamba)
Sabine Erdmann (Cembalo)

Werke von Georg Philipp Telemann, Christoph Schaffrath und Carl Friedrich Abel

Das Fagott ist bei Telemann mehr als „nur“ ein Generalbassinstrument: Als einer der ersten Komponisten bedachte er das Instrument mit Kompositionen, die alle seine Spielmöglichkeiten ausreizen. Im Programm stehen zwei Sonatinen Telemanns für Fagott, deren originale Generalbassstimmen lange als verschollen galten. Zudem hat sich Telemann auch immer wieder der Komposition für die Viola da gamba zugewandt. Erst vor wenigen Jahren wurde der Druck seiner 12 Solofantasien aufgefunden, ein sensationeller Zuwachs an hervorragender Gambenliteratur. In der Spieltechnik gilt das Instrument als äußerst anspruchsvoll, was Johann Mattheson launig umschrieb: „wer sich darauff signalisiren will/ muß die Hände nicht lange im Sack stecken.“

Die Vielfalt der klanglichen Möglichkeiten des Barockfagotts wird Gerd Becker, 1. Solo-Fagottist der Magdeburgischen Philharmonie, vorstellen. Ulrike Becker, die wie die Cembalistin Sabine Erdmann in Alte Musik-Ensembles wie z. B. der Berliner Lautten Compagney zu Hause ist, macht die besondere klangliche Delicatesse der Gambe erfahrbar.

579. SONNTAGSMUSIK

06.03.2022 | 11.00

TELEMANN DANS LE JARDIN IMAGINAIRE

Klingekunst (c) Helmut Kuehnelt

Klingekunst:
Sieglinde Größinger (Traversflöte)
Christoph Urbanetz (Viola da gamba)
Maja Mijatović (Cembalo)

Werke in Triobesetzung von Georg Philipp Telemann, Jean-Philippe Rameau, Michel Blavet, Marin Marais und Michel Pignolet de Monteclair.

Das Ensemble Klingekunst aus Wien lädt im Frühjahrsmonat März zu einem musikalischen Spaziergang in Konzertform in den Schinkelsaal ein. Neben Werken in Triobesetzung von Telemann erklingt erlesene Musik französischer Komponisten wie Jean-Philippe Rameau und Marin Marais.

Das Konzert evoziert das Bild Telemanns, wie er durch einen Pariser Garten streift und während seines Spaziergangs so allerlei erblickt. Zunächst erfreut er sich der Blumen und Schmetterlinge am Wegesrand, gelangt in ein geheimnisvolles Labyrinth, bestaunt die plätschernden Kaskaden und besucht schließlich ein rauschendes Sommerfest, welches – durch ein überraschendes Gewitter unterbrochen – in den anbrechenden Abend mündet und besinnlich ausklingt.

Das im Jahr 2009 gegründete Ensemble Klingekunst aus Wien lässt den bereits bei Telemann und Johann Mattheson verwendeten Begriff zum vielseitigen Konzept werden: Klingekunst umfasst dabei sämtliche Ausdrucksmöglichkeiten von Musik und steht für lebendiges und leidenschaftliches Musizieren.

 

580. SONNTAGSMUSIK

03.04.2022 | 11.00

FLAUTO E VOCE

Basel Barock (c) Basel Barock

Basel Barock:
Cornelia Fahrion (Sopran)
Teun Wisse (Blockflöte)
Martin Jantzen (Viola da gamba)
Teun Braken (Cembalo)

Kantaten für Sopran sowie Werke für Blockflöte und Viola da gamba von Georg Philipp Telemann und Ignazio Sieber.

Bekannte und weniger bekannte Werke aus Telemanns Kantatenjahrgang Der harmonische Gottes-Dienst bringt das Ensemble Basel Barock zu Gehör und rundet das Programm mit Raritäten barocker Instrumentalmusik ab. So stammt etwa die im Konzert erklingende Blockflötensonate vom Komponisten Ignazio Sieber, der im Umfeld von Antonio Vivaldi in Venedig wirkte und dessen Werke bisher kaum auf Konzertbühnen zu hören waren. Die aus unterschiedlichen Zeitpunkten im Kirchenjahr aufzuführenden Kantaten Telemanns haben einen großen gemeinsamen Bogen: Das Leben nach dem Tod für denjenigen, der den Verlockungen des irdischen Lebens widersteht.

Die Mitglieder des in der Schweiz ansässigen Ensembles Basel Barock sind Spezialisten im Bereich der Historischen Aufführungspraxis und traten im Rahmen namhafter Festivals der Alten Musik auf, wie dem Bachfest Leipzig oder dem Utrecht Festival Oude Muziek. Ein besonderes Element des Musizierens in ihrer Besetzung ist das Spiel zwischen Stimme und Blockflöte, das mal kontrastierend und mal ineinander verschmelzend ganz unterschiedliche Klangfarben zaubert.