Telemann-Konferenz 2022

Die Evangelien-Passion bei Telemann.
Beiträge zu einer musikalisch-liturgischen Gattung

Internationale Wissenschaftliche Konferenz
Magdeburg, 21. und 22. März 2022, Gesellschaftshaus, Schinkelsaal

Zwischen 1722 und 1767 komponierte Georg Philipp Telemann 46 Evangelien-Passionen für die Hamburger Haupt- und Nebenkirchen sowie eine für Danzig bestimmte Matthäuspassion. Seit Hans Hörners Dissertation über Telemanns Passionsmusiken von 1933 wurde sich nur sporadisch mit diesem wichtigen Korpus innerhalb des kirchenmusikalischen Œuvres Telemanns auseinandergesetzt, sei es in Zusammenhang mit Editionen oder in größeren oder kleineren Beiträgen zu Einzelwerken oder Werkgruppen.
Zweihundert Jahre nach der Aufführung der ersten Hamburger Evangelien-Passion Telemanns möchte die Tagung der interdisziplinären Forschung ein weites thematisches Arbeitsfeld bieten: Sie lädt ein, die Frage nach der theologischen Position der interpolierten Dichtung zu stellen und diese „poetischen Zusätze“ zu analysieren und sie ins Passionsgeschehen einzuordnen, auf die Suche nach ihren Urhebern zu gehen, aufführungspraktische und musik- bzw. kirchenorganisatorische Hintergründe zu erhellen, musikanalytische Betrachtungen vorzunehmen oder sich Fragen der Verbreitung, Überlieferung und der Rezeption auch außerhalb Hamburgs zu widmen. Die große Anzahl dieser in einem Zeitraum von über 40 Jahren in einem sehr speziellen und traditionsreichen urbanen Kontext entstandenen Evangelien-Passionen mag zunächst ähnlich unübersichtlich erscheinen wie Telemanns gewaltiges Schaffen von sonn- oder festtäglichen Kirchenmusiken. Wie dieses erst fasslich wird durch eine Zuordnung in Jahrgangszyklen, die bestimmten musikalischen, formalen oder thematischen Aspekten folgen, so ist auch für die Evangelien-Passionen zu vermuten, dass Telemann sie nach besonderen Prinzipien entwarf. Diese Prinzipien im Rahmen von analytischen Untersuchungen nach Möglichkeit freizulegen, könnte ein Ziel der Konferenz sein.

Theologen, Literatur- und Musikwissenschaftler werden sich diesem noch nicht ausreichend erforschten Bereich des Telemannischen Werks widmen, der zudem einen Sonderstatus in der Geschichte der Passionsvertonungen für sich in Anspruch nehmen dürfte.

Veranstalter

Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung der Landeshauptstadt Magdeburg gemeinsam mit Wolfgang Hirschmann (Abteilung Musikwissenschaft des Instituts für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) und Bernhard Jahn (Institut für Germanistik der Universität Hamburg) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Telemann-Gesellschaft e.V.

Leitung

Wolfgang Hirschmann, Halle/S.
Bernhard Jahn, Hamburg
Carsten Lange, Magdeburg
Ralph-Jürgen Reipsch, Magdeburg

Referentinnen und Referenten
Arnd Beise, Freiburg (Schweiz)
Maryam Haiawi, Hamburg
Wolfgang Hirschmann, Halle/S.
Bernhard Jahn, Hamburg
Martin Meiser, Saarbrücken
Jürgen Neubacher, Hamburg
Rashid-S. Pegah, Berlin
Marc-Roderich Pfau, Berlin
Ralph-Jürgen Reipsch, Magdeburg
Kota Sato, Yokohama (Japan)
Irmgard Scheitler, Würzburg
Beate Sorg, Mühltal
Franziska Seils, Halle/S.
Johann Anselm Steiger, Hamburg
Andreas Waczkat, Göttingen

Weitere Informationen zum Programm und zu den Modalitäten der Online-Teilnahme folgen demnächst.
- Änderungen vorbehalten -
 
Zuhörer sind herzlich willkommen; um Anmeldung wird gebeten (konferenz[et]telemann.org)
Der Eintritt ist frei.  

 
Die Konferenz findet unter Einhaltung der zum Veranstaltungszeitpunkt geltenden Verordnungen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie statt. Bitte beachten Sie, dass wir gegenwärtig auf Basis der 2G-Regelung planen.

(aktualisiert am 26. Januar 2022)