• Prof. Dr. Barthold Kuijken
  • Prof. Katharina Arfken
  • Prof. Kate Clark
  • Prof. Carin van Heerden
  • Prof. Dr. Peter Van Heyghen
  • Prof. Michael Schneider

Prof. Dr. Barthold Kuijken (BE) | Juryvorsitzender

Foto: Dany Neirynck

Der aus dem flämischen Belgien stammende Barthold Kuijken (*1949) ist eine prominente Persönlichkeit der Alten Musik. Noch während des Studiums der modernen Flöte entdeckte er eine originale einklappige Traversflöte aus dem 18. Jahrhundert, die "sein bester Lehrer" wurde. Fortan bildete er sich autodidaktisch anhand von Instrumenten des 17. und 18. Jahrhunderts sowie von theoretischen Quellen aus. Als herausragender Solist auf Travers- und Blockflöte, Lehrer, Wissenschaftler und Dirigent hat er die Beschäftigung mit historischen Flöten sowie die historische Aufführungspraxis in den letzten 40 Jahren maßgeblich beeinflusst. Sein Werk The Notation Is Not the Music ist die Zusammenfassung seiner Forschung, Ideen und Überlegungen zur Musik.

Neben legendären Auftritten und Aufnahmen mit seinen Brüdern Sigiswald (Violine) und Wieland Kuijken (Cello und Gambe) arbeitete er mit vielen anderen Spezialisten der Alten Musik wie z.B. Gustav Leonhardt, Robert Kohnen, Bob van Asperen und Ewald Demeyere, Paul Dombrecht, Luc Devos und Piet Kuijken zusammen. Barthold Kuijken war im Konzert und auf Aufnahmen mit den Barockorchestern Collegium Aureum und La petite Bande zu hören und ist derzeit künstlerischer Leiter und Dirigent des Indianapolis Baroque Orchestra (USA). 2014 beendete er die Professuren für Barockflöte an den Königlichen Konservatorien von Brüssel und Den Haag, tritt aber weiter in Europa, den USA und Japan auf. Außerdem wird er oft gebeten, als Juror bei Wettbewerben mitzuwirken sowie Meisterkurse und Vorlesungen zu halten.

Des Weiteren veröffentlicht Kuijken wissenschaftliche Editionen von Werken des 18. Jahrhunderts wie z.B. Telemanns Fantasien für Traversflöte, eine kommentierte Urtext-Ausgabe von J. S. Bachs Sonaten für Traversflöte (Breitkopf & Härtel) oder sechs Konzerte für Traversflöte in The Complete Works of Carl Philipp Emanuel Bach für das Packard Humanities Institute. 2007 war er der erste Musiker in Belgien, der einen Doktortitel der Kunst erhielt. 2013 wurde ihm in den USA von der National Flute Association der Lifetime Achievement Award verliehen.

Prof. Katharina Arfken (DE/CH)

Foto: Judith Schlosser

Katharina Arfken, aufgewachsen in Norddeutschland, hat sich auf das Spiel historischer Oboeninstrumente spezialisiert. Nach einer Ausbildung zur Instrumentenbauerin studierte sie Barock- und klassische Oboe sowie Renaissance Doppelrohrblatt-Instrumente an der Schola Cantorum Basiliensis bei Michel Piguet und am Königlichen Konservatorium Den Haag bei Ku Ebbinge. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Oboe des 18. Jahrhunderts.

Katharina Arfken hat mit führenden Ensembles konzertiert und an zahlreichen Musikeinspielungen mitgewirkt, u.a. mit dem Freiburger Barockorchester, den English Baroque Soloists (John Elliott Gardiner), der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Amsterdam Barockorchester (Ton Koopman). Konzerttourneen führten sie nach Europa, Asien, Australien und Nord- und Südamerika.

Die ehemalige Solooboistin des Freiburger Barockorchesters wendet sich heute vermehrt solistischen und Kammermusik-Projekten zu. So ist sie Oboistin des Ensembles der Bachstiftung St. Gallen/Schweiz, das unter der Leitung von Rudolf Lutz sämtliche Kantaten von J. S. Bach zur Aufführung und auf DVD und CD einspielt. Ausserdem unternahm sie mit der Internationalen Bachakademie Stuttgart (Hans-Christoph Rademann) Konzerttourneen in die USA und nach Lateinamerika.

Mit Katharina Arfken als Solistin und dem Ensemble Alta Ripa, Hannover, liegt die Erstaufnahme des Oboenkonzertes von Franz Xaver Richter vor (Dahbringhaus und Grimm). Mit dem Freiburger Barockorchester hat sie das Oboenkonzert von Wolfgang Amadé Mozart und das Konzert für Oboe d’amore von Johann Sebastian Bach aufgenommen (harmonia mundi France). Ebenfalls hat sie alle Triosonaten von Johann Friedrich Fasch eingespielt (harmonia mundi).

Katharina Arfken ist Professorin für Barock- und klassische Oboe an der Musikhochschule Basel (Schola Cantorum Basiliensis), unterrichtet regelmässig historische Oboeninstrumente auf Kursen und ist an der Schola Cantorum Beauftragte für das Qualitätsmanagement in der Lehre. Sie lebt mit ihrer Familie im Schweizer Rheinfelden bei Basel.

Prof. Kate Clark (AU/NL)

Kate Clark wurde 1962 in Sydney geboren. 1985 erhielt sie ihren Bachelor of music in den Fächern Querflöte und Traversflöte an der University of Sydney. Noch im selben Jahr war sie Finalistin bei der Australian National Flute Competition und Gast-Soloflötistin beim Australian Chamber Orchestra.

Von 1986 bis 1990 studierte sie historische Querflöten bei Barthold Kuijken am Royal Conservatorium in Den Haag und erhielt dort das Solisten-Diplom "cum laude". Danach absolvierte sie eine letzte Studien- und Forschungsphase an der Schola Cantorum Basiliensis bei der Flötistin und Musikwissenschaftlerin Anne Smith. 1993 erhielt Kate Clark den ersten Preis beim Internationalen Wettbewerb für Alte Musik in Brügge.

Seit 1988 konzertiert sie europaweit, sowohl als Solistin als auch mit Kammerensembles (Musica Ad Rhenum, Ensemble of the Classic Era, Amphion Ensemble, Apollo Ensemble, Cantus Cölln) und Orchestern (Freiburger Barock Orchester, Concerto Köln, Deutsche Handel Solisten, Rheinische Kantorei, Les Musiciens du Louvre, Le Concert Spirituel, Amsterdanm Baroque Orchestra und Orchestra of the 18th Century).
Regelmäßig reiste sie außerdem nach Australien für Soloauftritte mit dem Australian Brandenburg Orchestra, dem Australian Chamber Orchestra oder als Artist in Residence an der University of Western Australia. Als eine der weltweit führenden Renaissanceflötistinnen ist sie Mitbegründerin und künstlerische Leiterin des Attaignant Consort.

Kate Clark lehrt in ganz Europa, in Israel, den USA und Australien. Sie unterrichtet unter anderem historische Flöten am Royal Conservatorium in Den Haag (seit 1996). Ihr persönliches Interesse an der Musik erstreckt sich über die verschiedensten Epochen und Stile.



Prof. Carin van Heerden (AT)

Christian Thanner

Carin van Heerden wurde in Kapstadt (Südafrika) geboren. Sie studierte Blockflöte bei Günther Höller und Walter van Hauwe sowie Barockoboe bei Helmut Hucke. Während ihrer Studienzeit gewann sie mehrere internationale Wettbewerbe, unter anderen 1988 den renommierten internationalen ARD-Wettbewerb. Sie ist Gründungsmitglied des L’Orfeo Barockorchesters (Leitung: Michi Gaigg) und konzertiert mit diesem Orchester, auch als Solistin, in ganz Europa und in Südafrika; zudem leitet sie das L’Orfeo Bläserensemble.

Carin van Heerden hatte eine Professur für Blockflöte an der Universität Mozarteum in Salzburg und an der Hochschule für Musik und Tanz Köln inne. Heute unterrichtet sie Barockoboe und Blockflöte an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz und leitet das dortige Institut für Alte Musik und Historische Aufführungspraxis. Sie ist künstlerische Leiterin der Linzer Landeskonzertreihe „Alte Musik im Schloss“. Solo-CDs erschienen bei cpo, Cavalli Records und dhm/Sony.

Carin van Heerden übersetzte das bahnbrechende Buch „The eloquent oboe“ von Bruce Haynes. Sie wird oft als Mitglied der Jury bei internationalen Wettbewerben für Alte Musik eingeladen und ist ein international gerne gesehener Gast für Meisterkurse.

Prof. Dr. Peter Van Heyghen (BE)

Foto: Bart Vanderwege

Der in Belgien geborene Blockflötist und Dirigent Peter Van Heyghen absolvierte seine Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Gent sowie an der Schola Cantorum Basiliensis. Er ist spezialisiert auf die Historische Aufführungspraxis der Musik des 16., 17. und 18. Jahrhunderts und widmet sich der Wiederentdeckung und Wiederaufführung unbekannter Werke.

Von 2004 bis 2014 leitete er das Barockorchester Les Muffatti. Seit 2016 ist er musikalischer Leiter des Ensembles Il Gardellino. Er konzertiert regelmäßig mit seinem Kammersmusikensemble More Maiorum und dem ebenfalls von ihm mitgegründeten Blockflötenconsort Mezzaluna. Als Dirigent und Solist war Peter Van Heyghen Gast zahlreicher Alte-Musik-Festivals u.a. in Brügge, Antwerpen, Utrecht, St. Petersburg.

Zudem ist Peter Van Heyghen auch als Dozent tätig. Er unterrichtet Historische Aufführungspraxis an den Königlichen Konservatorien in Brüssel und Den Haag sowie am Konservatorium von Amsterdam. Darüber hinaus hält er weltweit Vorträge und leitet Meisterkurse und Dirigierworkshops. In den letzten Jahren engagiert er sich außerdem für junge, professionelle Musiker:innen und Ensembles. So ist er unter anderem Coach des jährlich in Antwerpen organisierten International Young Artist’s Presentation (IYAP).

Prof. Michael Schneider (DE)

(Foto: Andreas Malkmus)

Michael Schneider versteht sich als Musiker in einem umfassenden Sinn: Als Block- und Traversflötist konzertiert er seit vielen Jahren solistisch und mit seinem Kammermusikensemble Camerata Köln. Als Dirigent seines von ihm 1988 gegründeten Barockorchesters La Stagione Frankfurt und anderer, auch moderner Orchester, führt er Opern, Oratorien und sinfonische Literatur aus Barock, Frühklassik und Klassik auf.

Mehr als 100 CD-Aufnahmen dokumentieren Schneiders Vielseitigkeit im Bereich der Historischen Interpretationspraxis. Zu seinen jüngsten Projekten gehört die Aufnahme sämtlicher Concerti Telemanns mit Bläserbeteiligung (cpo) sowie eine Anthologie des barocken Blockflötenkonzerts (cpo). Gastdirigate führten ihn mit zahlreichen Orchestern zusammen und er leitete Produktionen mit Opern von Telemann, Händel, Hasse, Keiser, Monteverdi an verschiedenen Theatern.

1980 wurde Schneider als Professor an die Universität der Künste Berlin berufen; seit 1983 wirkt er an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Frankfurt am Main, wo er das Institut für Historische Interpretationspraxis (HIP) einrichtete.

Michael Schneider ist Telemann-Preisträger der Stadt Magdeburg (2000) und war bereits mehrfach Juror beim Internationalen Telemann-Wettbewerb.